Juwelenkette eines Bodhisattvas

Komponiert vom edlen indischen Meister Dipamkara Shrijana (Ehrwürdiger Atisha) übersetzt vom Tibetischen ins Englische von Sherpa Tulku und Brian Beresford für Wisdom Publications in London. Vom Englischen ins Deutsche von Bhiksu Thich Hanh Tan.

Verehrt sei das große Mitgefühl.

Verehrt seien alle spirituelle Meister.
Verehrt sei die Deity der Hingabe.
Befreie von allen Zweifeln und pflege
Anstrengung zur erfolgreichen Praxis.
Trenne Dich von Schläfrigkeit, Trägheit und Faulheit.
Übe ständig die Anstrengung (hier=Fleiß).

Mit Konzentration, Aufmerksamkeit und Wachsamkeit,
bewache jede Tür der Sinne.
Dreimal während Tag und Nacht, immer und immer wieder,
untersucht den Gedankenfluss (d.h. die Bewachung der Tore und des Geistes).

Bekenne dich zu deinen eigenen Fehlern
und suche nicht die Makel bei anderen.
Verstecke die eigenen guten Qualitäten,
aber verkünde die guten Eigenschaften der anderen (d.h. den Austausch von sich selbst für andere).

Lehne Anerkennung und Ehrung ab
und sei ständig achtsam vor Verlangen nach Ruhm.
Habe wenig Wünsche, sei genügsam,
und erwidere die Handlungen der Güte (d.h. Genügsamkeit).

Erlebe Kontemplation in Liebe und Mitgefühl
und befestige den Geist des Erwachens (d.h. Bodhicitta – Erleuchtungsgeist).

Vermeide die zehn unheilsamen Handlungen (d.h. rechtes Handeln)
und festige dein Vertrauen.
Besiege Ärger und Hochmut
und pflege eine bescheidene Haltung (d.h. Demut).
Vermeide falsche Lebenstaten
und führe ein aufrichtiges Leben (Dharma) (d.h. Wahrheit).
Lasse von allem weltlichen Besitz ab
und schmücke Dich mit dem Juwelen des Vollkommenen.
Lasse von allen Frivolitäten ab
und verbleibe in der Isolation (d.h. Abgeschiedenheit).

Lasse von allem sinnlosen Gerede ab
und kontrolliere ständig deine Sprache (d.h. rechte Rede).

Leiste bei Begegnung Deines Meisters und Lehrers (d.h. Interaktion mit anderen)
respektvolle Dienste.
Gegenüber einer Person, die die Lehrverständnis besitzt,
und bei von Lebewesen, die diesen Weg gerade betreten,
entwickle Ihnen gegenüber hohe Anerkennung als Lehrer.

Bei von jedem fühlenden Wesen, entwickle Ihnen gegenüber hohe Anerkennung als Eltern und Kinder. Lasse von allen irreführenden Freunden ab, und vertraue Dich selbst tugendhaften, spirituellen Begleitern an.

Lasse von ärgerlichen Gedanken und Unglückseligkeit ab
und sei immer fröhlich, wo immer Du hingehst.
Lasse ab von Anhaftung aller Dinge,
und verbleibe frei von ihr.
Anhaftung wird niemals zu einer glücklichen Wiedergeburt führen,
sie tötet mehr das Leben in Richtung der Befreiung.

Wo immer du die Praktiken, die zur Glückseligket beitragen, siehst,
übe ständig Fleiß darin.
Was du zu tun begonnen hast,
vervollständige diese Handlung zuerst.
Achte dabei auf ein gutes Tun,
sonst kann nichts erreicht werden.
Halte dich fern von dem Gefallen an dem Bösen.

Wenn ein pompöser Geist entsteht,
erdrücke (d.h. Anwenden von Gegenmitteln) solch eine Arroganz.
Erinnere Dich an die Lehren von deinem Meister,
dass wenn ein zaghafter Geist entsteht,
du die Erhabenheit des Geistes lobst.
Wenn die Neigung zur Anziehung oder zum Abstoßen besteht,
meditiere über die Leerheit von beidem;
Sehe sie als Illusion und Erscheinung.
Wenn verletzende Worte wahrgenommen werden,
sehe sie als Echo.
Wenn der Körper mit Fehlern behaftet ist,
sehe sie als frühere Handlungen (d.h. Früchte des eigenen Karma).

Ruhe gut in der Einsiedelei,

über den Stadtrand hinaus, wie ein Aas,
sei in dich gekehrt, verstecke Dich,
und bleibe ohne Anhaftung (d.h. die Einsiedelei).

Stabilisiere (verinnerliche) den eigenen Idam,
und wenn Faulheit oder Trägheit entstehen,
dann rechne diese Fehler als deine Eigenen an,
und fühle tiefe, herzliche Reue.

Gegenüber anderen (d.h. Begegnung mit anderen),
spreche ruhig und ernsthaft.
Vermeide bösartige und harsche Ausdrucke
und bleibe ständig freundlich.
Wenn du häufig mit anderen zusammen bist,
sei bereit, dich zufrieden zu geben, ohne missmutig zu sein.
Scheide alle Eifersucht aus.
Um den Geist des anderen zu schützen,
vermeide alle Konflikte
und bewahre immerzu den Gleichmut.
Sei weder ein Schmeichler, noch wankelmutig,
aber immer in der Lage, Standhaftigkeit zu wahren.
Vermeide es, schlecht über andere zu reden und
verbleibe respektvoll in jeder Handlung.
Wenn jemand einen Rat gibt,
sei liebevoll und denke an seine Gunst.
Verunglimpfe nicht die spirituellen Lehren
und sei fest entschlossen in Deinem Glauben

und an das, was du verehrst.
Übe durch die Tür der zehn heilsamen Praxen
einen intensiven Fleiß, Tag und Nacht.

Die angesammelten Tugenden in den drei Zeiten,
widme sie der großen unübertrefflichen Erleuchtung (d.h. die Widmung).
Biete diesen Verdienst allen Lebewesen an.
Sprich immerzu das siebengliedrige Gebet
und vergiss nicht, den starken Wunsch für diesen Weg zu äußern.

Wenn solche Handlungen vollzogen werden, werden die zwei Kollektionen von Verdienst und Weisheit erreicht. Das bedeutet, durch die Vernichtung von den zwei Hindernissen wird der Zweck der menschlichen Existenz erfüllt und unübertreffliche Erleuchtung erreicht (=Folge).

 

Das Juwel des Vertrauens, das Juwel der Tugend,
das Juwel der Freigebigkeit, das Juwel des Anhörens (von Lehrreden),
das Juwel der Kontemplation, das Juwel der Reue und das Juwel der Weisheit.

Dies sind die sieben höchsten Juwelen.
Sie werden niemals aufgebraucht und nie entweichen.

Erzähle dies nicht den Nicht-Menschen.

Prüfe die Worte, wenn du zusammen mit anderen bist.
Prüfe die Gedanken, wenn du für Dich allein bist.

Quelle: Retreat-Center-Amitayus

Kategorien: Dharma

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